Die Tastatur: Endlich! Nach der lauten und klapprigen Butterfly-Tastatur des 2019-MacBook Pro mit ihrem unangenehmen, harten Anschlag macht Apple diesmal wieder alles richtig. Nach dem Abgang von Ex-Designer Jonathan Ive, dem immer noch dünnere Rechner wichtiger waren als gutes Tippen, bietet das neue (alte) Scissor-Keyboard wieder ein makelloses Schreibgefühl ohne Krach und mit angenehmem Druckpunkt. Die animierte Touch Bar war eine nette Spielerei, Profi-Nutzer sind jetzt aber dankbar für die klassischen Funktionstasten.

Die Anschlüsse: HDMI (aber nur 2.0 statt 2.1) und ein solide schneller SD-Karten-Steckplatz mit maximal 250 Megabyte pro Sekunde sind zurück. Das ist superpraktisch. Allerdings gibt es jetzt auf der rechten Seite nur noch eine USB-C-Buchse. Wir hatten bisher rechts Monitor und Docking Station angeschlossen und mussten deshalb umplanen. Das Dock sitzt jetzt mit Verlängerungskabel links. Geht auch. Sehr schick ist das stoffummantelte Stromkabel für die MagSafe-Ladebuchse, die links endlich zurückkehrt.

Der Akku: Was für ein Unterschied zum i9! Von offiziell 11 Stunden beim Intel-MacBook Pro ist die Laufzeit auf 21 Stunden gestiegen. In der Praxis haben wir an einem Bürotag mit Safari-Surfen, Textverarbeitung und E-Mails 14:20 Stunden geschafft. Ohne aufwändige Belastung der Grafik lässt sich der Akku an einem Arbeitstag kaum leeren. Wenn der "Battery Monitor" nach einer Stunde Arbeit noch 93 Prozent Akku und 13:43 Stunden Restzeit anzeigt, ist das der wohl größte Fortschritt bei Apples Wechsel von Intel zum M1.

Das Design: Mit seiner eckigeren Form erinnert das neue MacBook Pro ans PowerBook G4 Titanium, das Apple von 2001 bis 2003 gebaut hat – ein edler und hochwertiger Mix aus Retro und Neu. Die Notch, die Platz (endlich) für eine HD-Webcam schafft, hat man nach einer Stunde bereits vergessen. Das Mini-LED-Display ist in maximaler Einstellung für Innenräume beinahe zu hell. Zum normalen Arbeiten genügen meist 50 Prozent Helligkeit. Die Lautsprecher klingen beeindruckend wuchtig, und der Stereo-Effekt ist exzellent. Durch den dünneren Rahmen bleibt unter dem Bildschirm kein Platz mehr für den MacBook Pro-Schriftzug, den Apple jetzt auf dem Boden eingraviert hat. Das passt nicht ganz zur sonstigen schlichten Eleganz. Aber wer schaut seinem MacBook schon ständig auf den Hintern?

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.