Dem Bericht von "The Verge" zufolge würde die Umbenennung des Konzerns wahrscheinlich die blaue Facebook-App als eines von vielen Produkten unter einer Muttergesellschaft positionieren, die Instagram, WhatsApp, Oculus und andere Bereiche beaufsichtigt. 

Wird aus Facebook "Meta"? 

Ein heißer Kandidat für den neuen Namen ist "Meta". Die Internet-Domain meta.com leitet derzeit auf die Website meta.org um. Das ist die Homepage eines biomedizinischen Forschungsprojekts, das unter der Leitung der Chan Zuckerberg Initiative entwickelt wurde. Diese hatten Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan gegründet.

Facebook wäre nicht der erste Silicon-Valley-Konzern, der seinen Firmennamen ändert, wenn sich die Ausrichtung des Unternehmens erweitert. So strich Apple nach der Vorstellung des ersten iPhones im Jahr 2007 das Wort "Computer" aus dem Firmennamen. Zu diesem Zeitpunkt machte allein der Musikplayer iPod mehr Umsatz als die Macintosh-Computer.

Google organisierte sich im Jahr 2015 unter dem Dach einer Holdinggesellschaft namens Alphabet neu. Der Internet-Konzern wollte damit signalisieren, dass er nicht nur eine Suchmaschine und ein Cloud-Geschäft betreibt, sondern auch Ambitionen fahrerlosen Autos, Gesundheitslösungen und anderen High-Tech-Bereichen hegt. Und Snapchat benannte sich 2016 in Snap Inc. um. Parallel dazu begann die Firma, sich als "Kameraunternehmen" zu bezeichnen. 

Mehr als nur ein Social Network 

Mit einer Namensänderung des Konzerns würde Facebook seine Ambitionen unterstreichen, die über herkömmliche soziale Netzwerke hinausgehen. So kündigte Zuckerberg vor Monaten die Schaffung eines "Metaverse" an. Das soll eine virtuelle Umgebung werden, wie sie in Science-Fiction-Romanen beschrieben wurde. Zuckerberg glaubt, dass diese durch die rasante Weiterentwicklung der Hardware und Brillen für erweiterte (Augmented Reality, AR) und virtuelle Realität (VR) nicht mehr nur ein Traum ist. Am Montag kündigte das Unternehmen an, dafür in den kommenden fünf Jahren in der Europäischen Union 10 000 neue hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, um die virtuelle Welt "Metaverse" aufzubauen.

Ein Motiv für die Umbenennung könnte aber auch der Wunsch sein, das angekratzte Image von Facebook zu verbessern. So beschuldigt die Whistleblowerin Frances Haugen den Konzern, intern vorgetragene Bedenken beiseite gewischt zu haben, wonach Instagram die Probleme jedes dritten jungen Mädchens mit dem eigenen Körperbild verschlimmere und bei einigen Jugendlichen sogar Suizidgedanken auslöse. Die Anschuldigungen der ehemaligen Facebook-Managerin Haugen bestärken Facebook-Kritiker im US-Kongress, die sich für eine Zerschlagung des Konzerns stark machen.

Facebook bereitet sich unterdessen darauf vor, dass nach der ersten Veröffentlichungswelle, die auf den internen Papieren im Besitz von Haugen beruht, ein zweiter Schub an die Öffentlichkeit gelangen wird. In den vergangenen sechs Wochen habe man gesehen, wie Dokumente falsch charakterisiert werden können, schrieb die Facebook-Pressestelle auf Twitter. "Offensichtlich ist nicht jeder Mitarbeiter bei Facebook eine Führungskraft; nicht jede Meinung ist die Position des Unternehmens." (dpa/st)



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Autor: W&V Redaktion

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